Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder erhalten künftig 5,8 Prozent mehr Gehalt. Darauf einigten sich Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar in Potsdam.
Der Tarifabschluss sieht eine Laufzeit von 27 Monaten bis zum 31. Januar 2028 vor.
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Gehaltserhöhungen in drei Stufen
Die Entgelte steigen schrittweise:
- April 2026: +2,8 Prozent, mindestens jedoch 100 Euro
- März 2027: +2,0 Prozent
- Januar 2028: +1,0 Prozent
Höhere Entgelte für Auszubildende
Auch Auszubildende, Praktikant*innen und dual Studierende profitieren vom Abschluss. Die Ausbildungsvergütungen werden in drei Schritten erhöht:
- +60 Euro ab April 2026
- +60 Euro ab März 2027
- +30 Euro ab Januar 2028
Zudem bleibt die unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung weiterhin Bestandteil des Tarifvertrags.
Mindeststundenlöhne für studentische Beschäftigte
Für studentische Beschäftigte wurde erneut eine schuldrechtliche Vereinbarung zu Mindestentgelten abgeschlossen. Diese gilt ab sofort und sieht folgende Anpassungen vor:
- Sommersemester 2026: 15,20 Euro pro Stunde
- Sommersemester 2027: 15,90 Euro pro Stunde
Über weitere Erhöhungen ab dem Sommersemester 2028 wollen die Tarifparteien in der nächsten Tarifrunde verhandeln. Eine vollständige Tarifierung studentischer Beschäftigter lehnt die TdL weiterhin ab.
Verbesserungen bei Zulagen und Kündigungsschutz
Neben den Entgelterhöhungen wurden weitere Verbesserungen vereinbart. So steigt die Schichtzulage ab 1. Juli 2026 von 40 auf 100 Euro, die Wechselschichtzulage von 105 auf 200 Euro.
Zudem wurde eine sogenannte „Hamburg-Zulage“ für bestimmte bürgernahe Beschäftigtengruppen vereinbart. Weitere Regelungen betreffen die Angleichung von Ost und West, etwa bei Arbeitszeiten in Unikliniken und beim erweiterten Kündigungsschutz.
Warnstreiks erhöhten den Druck
Dem Tarifabschluss gingen umfangreiche Warnstreiks voraus. Mehr als 30.000 Beschäftigte aus Schulen und Hochschulen beteiligten sich an den Aktionen der Gewerkschaften. Besonders in Hamburg und Berlin waren auch viele Kita-Beschäftigte im Landesdienst beteiligt.
Erst unter diesem Druck legten die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde ein konkretes Angebot vor.
Zähe Verhandlungen
Die Verhandlungen verliefen schwierig. Die TdL verwies wiederholt auf knappe Haushaltsmittel und stellte lediglich einen Abschluss in Aussicht, der sich an der Inflationsrate orientiert. In langen Gesprächen gelang es den Gewerkschaften schließlich, zentrale Verbesserungen durchzusetzen und den Abschluss an das Tarifergebnis für Bund und Kommunen anzunähern.
Ein Kompromiss blieb die lange Laufzeit von 27 Monaten sowie der späte Beginn der ersten Tariferhöhung im April 2026.
Übertragung auf Beamte
Die Gewerkschaften fordern, das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamte der Länder und Kommunen zu übertragen. Ob und in welchem Umfang dies geschieht, entscheiden jedoch die jeweiligen Landesregierungen und Landtage. Die Gewerkschaften wollen sich im Nachgang der Tarifrunde dafür einsetzen, dass die Besoldung entsprechend angepasst wird.
